Chronik des Sportschützenvereins Dielheim 1967 e.V.

Einem Zeitungsaufruf des Herrn Otto Gerner folgend, hatten sich am 10. Februar 1967 eine Reihe von Dielheimer Schießsportfreunden im Gasthof "Zum Bahnhof" zusammengefunden, um einen neuen Verein zu gründen.
Maßgebend daran beteiligt waren auch Schützen, die schon in den dreißiger Jahren Mitglied eines Dielheimer Schützenvereins waren.
(Anmerkung des Verfassers: Obwohl eine Fotografie aus der damaligen Zeit die ehemaligen Schützen erkennen läßt und obwohl Mauerreste des alten Schützenhauses und des Schießstandes rechts der alten Landstraße Dielheim - Altwiesloch ca. 200 m hinter der Kapelle in einer nach rechts ansteigenden, heute verwilderten Schlucht des Fuchsberges noch feststellbar sind, konnten wir, Herr Lier , zuständiger Gerichtsbeamter und ich, bei gemeinsamer Durchsicht aller evtl. infrage kommender Unterlagen beim Amtsgericht Wiesloch, Vereinsregister, keine Eintragung eines Schützenvereins in Dielheim vor dem 10. Februar 1967 feststellen)
Es ist diesem Dielheimer Schützenverein demnach wahrscheinlich genauso ergangen wie anderen Vereinen dieser Art auch. Der Verein und seine Anlagen wurden durch NS-Organisationen übernommen und entsprechend genutzt.
Am Karfreitag 1945, gegen 10.oo Uhr morgens, 5 Minuten vor Kriegsende, wurde die gesamte Anlage von sich absetzenden deutschen Truppen gesprengt und in Schutt und Asche liegen gelassen. Nach dem Krieg wurde dann Waffensport durch alliierte Gesetze ganz verboten. Aus - !
Zur Neugründungsversammlung mit 31 Gründungsmitgliedern hatten sich vom Sportschützenkreis 6 Wiesloch der damalige Kreisschützenmeister Walter Prokop und weitere Vorstandsmitglieder eingefunden, um den Dielheimern bei der Vereins-gründung beizustehen.
Es wurde beschlossen, daß der neue Verein den Namen "Sportschützenverein Dielheim 1967 e.V." tragen soll, wobei besonderer Wert auf die Vorsilbe "Sport-" gelegt wurde, um vielen Vorurteilen in der Bevölkerung gegen das Schießen die Spitze zu nehmen.
Die unter Leitung von Otto Gerner bestehende Mitgliederversammlung:
Georg Bender Adolf Körner Walter Schäfer
Anton Ebert Dieter Körner Peter Schmitt
Reinhard Ettrich Ernst Körner Karl-Heinz Schmitt
Josef Franz Reinhard Laier Peter Schobert
Josef Gerner Rudolf Miksch Siegfried Schollmeyer
Alfred Hartmann Friedel Ramp Wilfried Schulze
Edgar Hartmann Georg Rausch Ferdinand Spannagel
Josef Hofstetter Günter Rein Adolf Wittemann
Edgar Hohmann Leopold Saller Heinz Wittemann
Markus Hohmann Karl Sauer Gottfried Wolbert
wählte folgende Kameraden in die Vorstandschaft des Vereins:
- Otto Gerner Oberschützenmeister
- Karl-Heinz Schmitt Schützenmeister
- Günter Rein Schriftführer
- Peter Schobert Schatzmeister
- Friedel Ramp Sportleiter
- Edgar Hartmann stellvertretender Sportleiter
- Leopold Saller Jugendleiter
- Adolf Körner Beisitzer
- Georg Rausch Beisitzer
- Adolf Wittemann Beisitzer
- Gottfried Wolbert Beisitzer
In der Woche nach der Vereinsgründung nahm die Vorstandschaft ihre Arbeit auf. Eine Satzung wurde entworfen, der Verein in das Vereinsregister des Amtsgerichts Wiesloch eingetragen, ein Konto eröffnet und nach einer provisorischen Luftgewehr-Schießanlage Umschau gehalten.
Selbstverständlich kam auch der Hauptzweck des Vereins - das Schießen - nicht zu kurz. Der Sportschützenverein in Baiertal hatte den Dielheimer Sportschützen in großzügiger Weise seine Schießanlage und Waffen zur Verfügung gestellt und schon bei den ersten Trainingsstunden in Baiertal konnten sich einige Dielheimer Schützen für Leistungsabzeichen im Luftgewehrschießen qualifizieren.
Bei der ersten außerordentlichen Generalversammlung am 29. Mai 1967 konnte
OSM Otto Gerner den Mitgliedern mit großer Freude verkünden, daß die Gemeinde Dielheim dem Verein einen gemeindeeigenen Kellerraum für eine Luftgewehr-Schießanlage zur Verfügung stellt.
Die Zahl der Mitglieder hatte sich bis dahin auf 45 erhöht.
Im April 1968 konnte mit der Planung und dem Bau eines Schützenhauses begonnen werden, nachdem die Gemeinde dem Verein ein gut gelegenes Grundstück im Ge- wann "Wallenberg" zur Verfügung gestellt hatte.
Nach Plan sollte dieses Schützenhaus, 9 x 30m groß, nach seiner Fertigstellung
10 Luftgewehrstände, 8 KK-Stände von je 50m und 5 Pistolenstände, 1 Auswerteraum,
1 großen Gastraum, 1 Küche sowie die notwendigen Sanitäranlagen umfassen.
Die erforderlichen Arbeiten wurden fast ausschließlich in eigener Regie durchgeführt.
Am 21. September 1969 konnte das Richtfest gefeiert werden.
Neben allen freiwillig geleisteten Arbeiten rund um und für das Schützenhaus blieb man aber auch in kultureller Hinsicht im Schützenverein nicht untätig. Schon ein halbes Jahr nach der Gründung stellte sich der Verein der Dielheimer Bevölkerung mit einem Preisschießen vor, das im Pfarrhausgarten abgehalten wurde. Auch Königs-Feiern, Ortsmeisterschaften der Vereine und Waldfeste wurden mit großer Beteiligung der Bevölkerung durchgeführt.
1969 etablierte sich auch die Luftgewehr-Damenriege aus den teilweise schon seit 1967 dem Verein angehörenden Damen. Die ersten Schützinnen dieser Gruppe waren Ingrid Hartmann, Hannelore Rederath, Marga Schmitt und Traute Wahle, denen bald weitere Damen folgten.
Seit Dezember 1969 führen diese Damen auch intern alljährlich eine Nikolausfeier durch, die im Laufe der Jahre durch ihren Einsatz zu einem beliebten Familienfest heranwuchs.
Die Mitgliederzahl war bis zum Jahresende 1969 auf 90 Personen angewachsen.
Eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, daß in Dielheim zu dieser Zeit insgesamt 24 Vereine etabliert waren.
Am 13. Mai 1970 wurde die Genehmigung für die Benutzung der Luftgewehrstände vom Landratsamt erteilt. Daraufhin stellten sich die ersten schießportlichen Erfolge der Dielheimer Sportschützen bei Vereins-, Kreis- und den Landesmeisterschaften ein.
Seit 1972 nehmen unsere Schützendamen regelmäßig an den Rundenwettkämpfen im Kreis teil und konnten bisher schon zehnmal die Kreisschützenkönigin stellen.
Am 7. August 1975 wurde die Kleinkaliberanlage fertiggestellt und konnte nach polizeilicher Genehmigung durch das Regierungspräsidium in Betrieb genommen werden.
Im Lauf der Jahre wuchs der Verein zu einer stolzen Mitgliederzahl von 150 Personen an.
Durch diesen Zuwachs stieg auch das Interesse am Pistolenschießen. Man plante deshalb den Erweitungsbau einer modernen Pistolenanlage, die zum zehnjährigen Vereinsjubiläum im Juni 1977 ihrer Vollendung entgegenging.
Nach einem besonders erfolgreichen Sportjahr 1976 - der SSV Dielheim konnte noch nie so viele Meisterschützen aufweisen, wie in diesem Jahr - wurden dann Mitglieder und Bevölkerung mit einer Festschrift zum zehnjährigen Vereinsjubiläum vom 10. bis 12. Juni 1977 auf den Festplatz in Dielheim eingeladen. Neben einem Festbankett am Freitag gab es samstags einen "Bunten Abend" mit Tanz und am Sonntag einen großen Festzug durch Dielheim sowie eine reichbestückte Tombola beim anschließenden festlichen Beisammensein. Es war ein gelungenes Fest, bei dem die Bevölkerung durch ihr Mitmachen den Verein ehrte.
Im Spätjahr 1977 war es dann soweit. Der Bau des Pistolenstandes, bei dessen Erstellung sich Joachim Keller und sein Sohn Andreas besonders engagierten, wurde beendet und die Pistolenschützen konnten aufgrund ihrer Erfolge in die Regionalklasse aufsteigen.
Seit 1978 schießen auch die Damen mit Kleinkalibergewehren und können ebenfalls auf gute Erfolge zurückblicken.
Wen wundert es da, daß unsere Marga Schmitt von 1971 bis 1992 als Kreisdamen-Leiterin und von 1991 ab als Landesdamenleiterin fungiert.
In den folgenden Jahren lagen die Arbeiten am Schützenhaus und an den Schießständen, die von Hermann Sauer umsichtig initiiert und geführt wurden, Trainings - u. Wettkampfschießen sowie Feste feiern dicht beieinander. Der Verein wuchs und fand steigenden Anklang bei der Bevölkerung und Obrigkeit.
So wurden beispielsweise beim traditionellen Waldfest 1982 trotz sehr schlechten Wetters, aber reger Beteiligung, die Ortsmeisterschaft der Vereine mit 11 Herren - und 1 Damenmannschaft sowie Damen- u. Herreneinzel ausgetragen. Die Sieger wurden mit netten Geschenken geehrt.
1984 führte der Verein im Rahmen der Arbeiten an der seit 1981 in Bau befindlichen Schießhalle
erstmals einen "Helferabend" durch für alle, die am Bau mitgeholfen haben, um so ein kleines "Dankeschön" zu vermitteln.
Dass unsere Damen bei der Bewirtung wieder Schwerarbeit leisteten, sei ebenfalls dankbar anerkannt.
Ende November 1985 trafen sich dann die Mitglieder des SSV Dielheim und zahlreiche Ehrengäste, um die Einweihung der in 2 1/2 jähriger Bauzeit entstandenen Schießhalle zu feiern. Pfarrer Eustachi spendete dem Gebäude kirchlichen Segen und wünschte der Halle ein langes Bestehen und dem Verein, daß er lange Freude an dem Gebäude haben möge.
Festredner Oberschützenmeister Otto Gerner begrüßte die Ehrengäste, Bürgermeister Bruno Gärtner, den Gemeinderat, Landesschützenmeister Walter Prokop, Kreisschützenmeister Harald Egenlauf und die Vereinsvorstände des Schützenkreises sowie sämtliche Dielheimer Vereinsvorstände.
Bei seinem Rückblick auf die Geschichte des noch jungen Sportschützenvereins Dielheim stellte er auch die Tatsache heraus, daß die Halle von den Mitgliedern komplett in Eigenarbeit erstellt wurde. Sein besonderer Dank ging an Hermann Sauer, der alle Arbeiten maßgeblich durchgeführt habe.
Eigens für die Einweihungsfeier wurde auch das mittlerweile in die Jahre gekommene Vereinsheim völlig neu hergerichtet, so daß das gesamte Schützenhaus in neuem Glanz erstrahlte.
Ernst Körner übergab dem Verein zur Einweihung ein ganz besonderes Prunkstück: eine Vorderlader-Kanone nach historischem Vorbild, vollständig in Eigenarbeit angefertigt, die nun die neue Gaststätte schmücken sollte.
Den herzlichen und dankbaren Grußworten des Bürgermeisters, des Landesschützenmeisters und des Kreisschützenmeisters folgten die zahlreichen Grußworte der Vereinsvorstände. Anschließend wurden zahlreiche Mitglieder für ihre Verdienste um den Verein mit Auszeichnungen geehrt.
Umrahmt wurde die Feierstunde von musikalischen Darbietungen der Jagdhornbläsergruppe.
Nun glaubten die Schützen, sie hätten alles, was sie brauchten; aber leider machte ihnen ein Neubürger einen Strich durch die Rechnung. Eine von ihm verlangte Einstellung des Schießbetriebs wegen Lärmbelästigung stand ins Haus und der Verein damit vor seiner Existenzfrage.
Doch die Schützen, alt und jung, gaben sich nicht geschlagen. Durch große finanzielle und vor allem wieder durch Eigenleistung wurde die gesamte Schießanlage überdacht und schallgedämpft.
1986 wurde der Jahresbeitrag - bedingt durch die gestiegenen Aufwendungen für die Erhaltung der Schießanlage auf DM 48,- erhöht. Eine verständliche Maßnahme!
Im März 1986 errang unser Andreas Knopf in schwerem Wettbewerb den Titel des Landesschützenkönigs von Nordbaden.
Ausgeschossen wurde dieser Wettkampf auf dem Stand des Schützenvereins Tairnbach 1929 e.V.. Die prunkvolle Königsfeier fand im Rosengarten in Mannheim statt.
Als Landesschützenkönig nahm Andreas dann im Juni 1986 auf Einladung des Bundesverbandes im Rahmen des Deutschen Schützentages am Bundes-König-Schießen in Osnabrück teil. Hier erreichte er unter der Betreuung von Hermann Sauer bei mehr als doppelt so viel Wettbewerbern einen achtbaren 8. Rang.
Pfingstmontag 1986 gab es einen "Tag der offenen Tür", der in der Bevölkerung starken Anklang fand.
1987 gab Oberschützenmeister Otto Gerner anläßlich der Jahreshauptversammlung bekannt, dass er nach nunmehr zwanzigjähriger Vorstandschaft sein Amt an einen Nachfolger abgeben möchte. Er appellierte an die Versammlung, es möge sich jemand finden, der das Geschaffene
weiterführen und den Verein in eine gute Zukunft leiten möge.
Bei der anschließenden Wahl wurde Dieter Birkle zum neuen Oberschützenmeister gewählt, der allerdings sein Amt 1990 niederlegte.
Aufgrund eines Vorstandschaftsbeschlusses wurde der ausscheidende OSM Otto Gerner wegen seiner besonderen Verdienste um den Verein zum Ehrenvorstand ernannt.
Der Ausbau des Lagergebäudes wurde 1989 in Angriff genommen, ebenso die Überdachung des Pistolenstandes und die teilweise Überdachung des KK-Standes, um bei bevorstehenden Schallmessungen weiter verbesserte Werte zu erreichen.
1990 übernahm Ralf Rössler, bisher 2. Vorsitzender, als Nachfolger von Dieter Birkle das Amt des 1. Vorsitzenden, das er bis März 1991 innehatte.
Bei den Neuwahlen anläßlich der Jahreshauptversammlung 1991 wurde er dann auf die Dauer von 2 Jahren regulär zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Ende Mai 1992 feierte der Sportschützenverein Dielheim 1967 e.V. sein fünfundzwanzigjähriges Vereinsjubiläum unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Es gab einen bunten Festzug mit Abordnungen von 20 Dielheimer Ortsvereinen und benachbarten Schützenvereinen sowie ein Festbankett in der Dielheimer Kulturhalle mit vielen Festansprachen , Grußadressen und Ehrungen.
Unser jetziger Oberschützenmeister Manfred Sauer führte damals als gutgelaunter Conferencier durch das turbulente, witzige und ansprechende Abendprogramm, in dessen Verlauf unserer Damenleiterin Marga Schmitt für ihre Verdienste im Ehrenamt als Landesdamenleiterin von Bürgermeister Bruno Gärtner die vom Ministerpräsidenten Erwin Teufel verliehene Landes-Ehrennadel übergeben wurde
Nach diesem Vereinsjubiläum schied Ralf Rössler nach einer Kurbehandlung - aus welchen Gründen auch immer - aus dem Amt des 1. Vorsitzenden aus, das für ihn geschäftsführend der seit 1991 als sachverwaltender Vorstand fungierende Manfred Sauer übernahm. Damals zählte der Verein 187 Mitglieder.
Beim Vorderladerschießen 1992, dem in Süddeutschland bedeutendsten, alljährlich in Osterburken stattfindenden "Western-Treffen" konnten unsere Schützen auch wieder eine ganze Reihe von Preisen "erschießen" und abends befriedigt die Zelte von "Pfefferli-Hills" wieder abbrechen.
Die Königsfeier 1992 stand neben der Proklamation des neuen Königs und der neuen Königin ganz im Zeichen der Rede von Manfred Sauer, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands, der den Verein mit einer Uhr verglich: die Zeiger drehen sich unaufhaltsam weiter, getrieben von vielen Rädern im Innern - den tätigen Mitgliedern und Mitarbeitern in der Vorstandschaft.
Nicht unvergessen blieben auch die Sach- und Geldspender, die durch ihre Beiträge das Räderwerk der Vereinsuhr immer wieder aufziehen und in stetem Rhythmus halten. Danach nahmen die Ehrungen einen breiten Raum ein.
Der Schauwagen der Dielheimer Sportschützen karikierte anläßlich des Kerwe Umzuges 1992 mit spitzen Sprüchen und derben Figuren Aktuelles aus der Politik: -Erich Honnecker- und entlockte damit zahlreichen Kerwe-Gästen und Zuschauern ein schadenfrohes Schmunzeln bis herzhaftes Hohngelächter für die dargestellte Figur.
Nach dem traditionellen Drei-König-Schießen, das wie bisher jedes Jahr mit großem Erfolg durchgeführt werden konnte, brachte das Jahr 1993 neben notwendigen Arbeiten an unseren Anlagen auch einmal etwas anderes: das "IROSA", ein sportliches Schießen mit Infrarotgewehren auf einer Infrarotschießanlage im Rahmen der vom Kultusministerium unterstützten Zusammenarbeit zwischen Schule und Vereinen. Dabei bot der Verein den 43 teilnehmenden Dielheimer Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, an 3 Schultagen ein dickes Lernpensum rund um Waffen und Schießsport in Theorie und Praxis persönlich
kennenzulernen und praktisch auszuprobieren.
Bei der Jahreshauptversammlung 1993 wurde Manfred Sauer mit überwältigender Mehrheit zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Im August 1993 führte der Verein erstmals ein Winchester-Schießen durch, bei dem Rolf Bachthaler die von Manfred Sauer gestiftete Skulptur als Siegestrophäe mit nach Hause nehmen durfte.
Auch nach diesem erfolgreichen Vereinsjahr bot der Schützenverein mit seinem Schauwagen anlässlich des Kerwe-Umzuges 1993 genügend Grund zum schadenfrohen Lächeln: er prangerte die Praktiken des Amtsschimmels an, der die Großen laufen lässt und die Kleinen einsperrt.
Ob da wohl eine Gedankenverbindung von schwer bewaffneten und rigoros schießenden Mafiosi zum braven und gesetzestreuen Mitglied eines Sportschützenvereins dahinter stand?
Die Königsfeier 1993 war wie immer ein fröhlicher Abend bei den Sportschützen, wie auch die Nikolaus-Feier der Damen nach dem Ins-Bett-Gehen der Kinder ein beschwingt - besinnlicher Abend wurde.
Die Mitglieder-Statistik wies am 1. Januar 1994 insgesamt 214, 170 männliche und 44 weibliche Vereinsmitglieder aus, zu denen gleich Anfang des Jahres 1994 noch einmal 4 Herren und 1 Dame hinzukamen.
Im Frühjahr 1994 hatte ich - der Verfasser - auf einen freundlichen "Wink mit dem Zaunpfahl" seitens unseres Heiner Reckmann angefangen, eine Chronik des Vereins zusammenzutragen. Eine verdammt mühselige Arbeit, weil vor allem schriftliche Unterlagen nicht mehr vorhanden sind und die Erinnerung vieler Zeitzeugen doch recht dünn ist.
Was dabei herauskam, haben Sie, sehr geehrter Leser, bisher in stark gekürzter Form schon durchgelesen. Ich hoffe, jetzt geht's ein wenig besser.
Osterburken 1994 war wieder ein tolles Vorderladertreffen, gewonnen mit vielen 1. und 2. Plätzen. Außerdem wurde die Ehrenscheibe in der Disziplin Pistole von Dietmar Sauer gewonnen.
Beim Norbert-Degen-Pokal-Schießen 1994 belegten die Vereinsdamen die besten Plätze und wurden für ein Jahr Besitzer des Wanderpokals.
Bei der Jubiläumsveranstaltung des MGV Männerquartett Dielheim mußten sich lt. Zeitungsmeldung die Zuschauer und Zuhöhrer "anschnallen", als unsere Vereinsgruppe mit dem verschwiegensten Kleidungsstück des Mannes, der langen Unterhose, auftrat unter dem Motto: "Aber dich gibt's nur einmal für mich".
Mit Vereinsausflug 1994 nach Colmar, Waldfest, Dielheimer Kerwe mit dem Schauwagen "Zielwasser", das auch an die Zuschauer ausgeschenkt wurde, ging es neben vereinsüblichen Arbeiten weiter bis zum zweitägigen Königsschießen und zur Königsfeier, bei der die Fleißigsten geehrt wurden und zur Freude aller Anwesenden erstmals eine Bauchtänzerin mit ihren Darbietungen begeisterte.
Mit dem zentralen Endkampf in der Schießsportanlage des SSV Dielheim fand das Luftgewehr-Damen-Rundenkampfturnier 1994 des Sportschützenkreises 6 Wiesloch, an dem 12 Vereinsmannschaften beteiligt waren, seinen Abschluß.
Gewinner der Mannschaften war der SV Walldorf, Gewinner der Einzelwertung war Corinna Türk vom SSV Sandhausen.
Das Drei-König-Schießen hat schon seit vielen Jahren einen festen Platz im Vereinskalender der Dielheimer Schützen. So war auch 1995 das Schützenhaus wieder Treffpunkt vieler Mitglieder, die Spaß am Schießen in den verschiedenen Disziplinen haben. OSM Manfred Sauer, der zusammen mit Sportleiter Dietmar Sauer die Siegerehrung vornahm, war erfreut über die rege Teilnahme an diesem Wettbewerb. Die besten Ergebnisse erzielten Magda Wagner und Dietmar Sauer. Den besten Zehner schoß Siegfried Völker, der damit den Wanderpokal 1995 gewann.
Bei einem Kappenabend zur Fastnacht 1995 sorgten Ruth Kohl mit der Schilderung ihrer Erlebnisse bei einer Schlankheitskur, Elmar Wagner als Hundeliebhaber und Hannelore Rederath als Klofrau vom Bahnhof sowie die beiden Quasselstrippen Ingrid Hartmann und Magda Wagner für gute Stimmung, während bei einem Informationsabend für die Oberschützenmeister Manfred Sauer das Sachthema "Vereins-Steuerrecht" recht ausführlich behandelte.
Höchstwahrscheinlich auf eine neuerliche Beschwerde des hellhörigen Klageführenden von 1985 erinnerte die Immissionsschutzbehörde des Rhein-Neckar- Kreises mit Schreiben vom 22.März 1995 an die Erledigung der Ziffer 3 der Nebenbestimmungen des Genehmigungsbescheides vom 31. Oktober 1989, die vereinfacht besagen, daß die von der Anlage verursachten Lärmeinwirkungen im nächstgelegenen Wohngebiet einen Immissionsrichtwert von 50 dB am Tage und von 35 dB in der Nacht nicht überschreiten dürfen. Die entsprechenden Lärm Messungen sind von einer vorgeschriebenen neutralen Stelle durchführen zu lassen.
Da entsprechende Schallschutzmaßnahmen noch nicht abgeschlossen werden konnten, musste der Schießbetrieb, um Weiterungen für den Verein zu vermeiden, eingestellt werden.
Und wieder gingen die Schützen einträchtig an die Arbeit. Es wurde isoliert, gedämmt, verkleidet, überdacht, eine neuer feuersicherer und schallschluckender Boden gelegt, neu belüftet, die Seilzuganlagen erneuert, nebenbei auch die Küche und der Vorratsraum renoviert usw., usw., bis eine Objektbegutachtung und Schallmessung keinen Grund für weitere Beanstandungen mehr hergab und die betreffenden Baumaßnahmen beendet werden konnten.
Wen wundert's da, daß der Schauwagen des SSV Dielheim beim Kerwe - Umzug 1995 ein Stück Autobahn, die ja offenkundig dauernd lauter ist als der Schießbetrieb, und den regen Autoverkehr zeigt, während eine Häsin mit grooooßen Ohren ihrem kleinen Hasenkind zuruft: "Kind, sei still, weil ich das Schießen hören will!"
Auch der Kerwe - Bürgermeister ulkte in seiner Kerwe - Red' im Hinblick auf in der Schönbornstraße (Wohnort des Beschwerdeführers) spielende Kinder:
"O, Kinna, geht fort, macht Schluß, sunscht here ma net on onzische Schuß!"
In der Jahreshauptversammlung 1995 lebte das vergangene Jahr noch einmal auf, die Neuwahlen brachten keine gravierenden Änderungen, aber die Schriftführerin Magda Wagner konnte berichten, daß die Mitgliederzahl zum Jahresende 1994 auf 225 Mitglieder angewachsen war.
Wenig später - im Oktober 1995 - zählte man bereits 238 Mitglieder. Eine Zahl, die für sich spricht !
Sonst blieb das Jahr 1995 wie die vielen anderen vorher: der Vorstand tagte, Schützendamen und Schützen siegten, die Perkussionsgewehrschützen wurden Kreismeister, unser Jungschütze Jürgen Völker Landesmeister in der Disziplin Luftpistole-Schüler, der Vereinsausflug ging über die Saalburg zum Hessenpark, zum Partnerschaftsfest mit der französischen Stadt Saint – Nicola – de - Port hatte der Verein anläßlich des zehn-jährigen Bestehens dieser Partnerschaft eine hübsche Imbißbude aufgestellt, der Parkplatz beim Schützenhaus wurde angelegt, in Osterburken siegten Reiner Rogge, Dietmar Sauer, Fred Pfeffer und beim Jubiläumspokal noch einmal Dietmar Sauer sowie unsere Gewehrmannschaft Pfefferli-Hills, das Waldfest brachte ein volles Haus, am Trimm – Dich - Schießen nahmen 70 Personen teil, die alle mit einer Medaille geehrt wurden, 35 Schützen machten bei Winschesterschießen mit und trotz der großen Hitze warteten alle gespannt auf die Siegerehrung, die Peter Marek, gefolgt von Fritz Schneeberger und Michael Stricker auf das Siegertreppchen brachte, im September führte Fred Pfeffer einen Sachkunde-Abend durch, die Dielheimer Kerwe war wieder ein Jahreshöhepunkt mit viel Betrieb im Schützenzelt und beim Königsschießen fiel der Adler erst, lang erwartet, am späten Abend beim 7. Durchgang.
Inzwischen habe ich schon eine Einladung zur Königsfeier 1995 in der Hand .......

 

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